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  • Wieso ich so gerne Weihnachtskarten schreibe
Aktualisiert am: 18. Dezember 2025
Veröffentlicht am: 22. Dezember 2024
Weihnachtliche Collage mit Uhr, Kerzen, Karte, Schreibzeug

Als Expertin für Werte und Kultur und meiner Erfahrung in großen Transformationsprojekten weiß ich um die Bedeutung von Ritualen. Das Weihnachtskarten-Schreiben ist mir ein ganz besonderes Ritual und die schreibe ich so, wie ich bin und mit allem, was mich auszeichnet. Das ist ein Ritual, was ich sehr pflege. Weihnachtskarten zu schreiben bedeutet für mich, meine Werte wie Wertschätzung, Menschlichkeit und Authentizität auszudrücken. Es ist meine Art, echten Kontakt aufzubauen und meine Vision einer Kultur zu fördern, in der persönliche Verbindungen und aufrichtige Worte geschätzt werden. Mit jeder Karte möchte ich Freude, Dankbarkeit und Inspiration weitergeben, ein kleiner Beitrag, um unser Miteinander zu stärken.

Mit Herz und Botschaft: Die Entstehung meiner Weihnachtskarte

Schon im Oktober beginne ich damit, mir Gedanken über meine Weihnachtskarte zu machen. Dabei stelle ich mir die Frage: „Welche Botschaft möchte ich dieses Jahr vermitteln?“ Mit viel Inspiration und Intuition entwickle ich eine Idee, die in jedem Jahr eine besondere Bedeutung trägt.

Auf Basis dieser Botschaft entsteht schließlich das Motiv, wobei mich die talentierte Alina Niederberger unterstützt. Sie macht mir wundervolle Vorschläge, aus denen ich das passende Design auswähle. Anschließend wird die Karte mit dem Motiv, meinem Text und der Botschaft von einer Grafikerin final gestaltet.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil meiner Weihnachtskarte ist die Frage, für welche Organisationen ich in diesem Jahr spende. Mittlerweile schreibe ich dies bewusst auf die Karte. Nicht, um mich selbst in den Vordergrund zu rücken, sondern um auf die Organisationen aufmerksam zu machen. Vielleicht inspiriert es andere, ebenfalls zu spenden und diese wertvolle Arbeit zu unterstützen. Für mich ist das ein Weg, zu einem wertorientierten Miteinander und einer besseren Welt beizutragen.

Weihnachtskarte
Motiv der diesjährigen Weihnachtskarte
Text der diesjährigen Weihnachtskarte
Text der diesjährigen Weihnachtskarte
Karte mit Auflistung meines Spendenengagements
Auflistung meines Spendenengagements

Mit Herz und Feder: Der besondere Prozess des Weihnachtskarten-Schreibens

Der Prozess ist ein feierlicher Moment für mich: Ich setze mich an den Küchentisch und höre dabei gerne das Bach Weihnachtsoratorium. Alles ist vorbereitet: meine Weihnachtskarten, die Umschläge mit den Adressen und der Füller ist mit Tinte gefüllt. Dann nehme ich mir immer einen Umschlag mit einer Adresse und verbinde mich mit der Person, um die Wunsch-Impulskarte für diese Person zu ziehen. Dann schaue ich immer nochmal auf die Wunschkarte für diese Person, das habe ich so gelernt. Dann schreibe ich die Karte an die Person, ganz persönlich. Ich schreibe, wofür ich mich bedanke in diesem Jahr, was uns verbindet, was mich erfreut hat und was ich erhoffe vom kommenden Jahr. Dann geht diese Karte mit der Wunschkarte auf die Reise. 

Tisch mit Karten und Schreibzeug
So sieht es aus, wenn ich Karten schreibe. Alles vorbereitet: Umschläge, Briefmarken, Karten, Impulskarten, Füller und die richtige Stimmung

Post mit Herz berührt mich jedes Jahr aufs Neue. Weil es zeigt, wie wenig es braucht, um viel zu bewirken. Eine Karte. Ein paar ehrliche Worte. Ein echtes Herz. Der Verein bringt Menschen zusammen, die schreiben möchten, und soziale Einrichtungen, in denen sich jemand über genau diese kleine Geste freut. Die Mission ist so klar wie kraftvoll: Gemeinsam gegen einsam. Entstanden 2020 in der Corona-Zeit als digitales Ehrenamtsprojekt, wurden seither über 750.000 Karten und Briefe verschickt – voller Wärme, Mitgefühl und Menschlichkeit. Seit 2023 ist Post mit Herz offiziell gemeinnützig. Wer mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen. Es braucht nicht viel. Nur ein Herz und die Bereitschaft, es zu teilen.

Die Magie der Impulskarten: Wünsche, die Herzen berühren

Diese Wunschkarten sind Impulse oder Wünsche für das kommende Jahr. Vor vielen, vielen Jahren habe ich ein Seminar zu den Sinnierkarten bei Wolfram Jokisch besucht und nutze seitdem diese verschiedenen Karten, die er entwickelt hat. Es kann sogar sein, dass der Impuls damals von ihm im Seminar kam, Karten zu ziehen und zu verschenken. Die Karten gibt es leider nicht mehr zu kaufen. Ich habe Restbestände gekauft (zum Geburtstag sind es andere Karten), aber zu Weihnachten ziehe ich eine Karte als Impuls und lege es der Weihnachtskarte bei. In der Vergangenheit habe ich die Karten blind gezogen. Ich habe nicht hingeguckt und habe sie einfach in den Umschlag gesteckt, bis ein Kollege sich beschwert hat, dass er zweimal hintereinander die gleiche Karte bekommen hat und die ihm schon beim ersten Mal nicht gefallen hat und er sie doof fand. Analytisch betrachtet eine interessante Sache, zweimal hintereinander die gleiche Karte aus einem Stapel von 100 verschiedenen Karten zu ziehen. Seitdem schaue ich auf die Karte, bevor ich sie verschicke und wenn ich das Gefühl habe, die passt nicht, dann wird sie nicht verschickt. Hier ist auch eine Übersicht an Karten, die ich gezogen habe und die ich aussortiert habe, weil ich sie nicht ich mitschicken wollte. Also, das gibt es auch. 

Am meisten freut es mich, wenn ich im Anschluss höre, welche Bedeutung die Karte für jemanden hatte oder wie sehr die Karte im Herzen berührte.

6 Karten mit Sprüchen
Impuls-Karten, die ich gezogen und nicht verschickt habe

Dieses Jahr verzichten wir auf Karten und spenden…“

„Anstatt Weihnachtskarten zu verschicken, spenden wir.“ – dieser Satz löst bei mir regelmäßig Unmut aus. Besonders E-Mails so kurz vor Weihnachten, die diesen Satz enthalten, finde ich oft enttäuschend. Sie wirken unpersönlich und wenig wertschätzend. Überwiegend lösche ich solche Nachrichten direkt, weil sie für mich keine echte Botschaft transportieren. Meiner Ansicht nach könnte man diese E-Mail vielleicht auch besser ganz lassen. Der Verweis darauf, dass die Kosten für Karten gespart und stattdessen gespendet werden, erscheint mir armselig. Gedruckte Karten im Massendruck kosten vielleicht 50 Euro, hinzu kommen noch Portokosten, das ist nicht viel. Viel wichtiger ist doch die Zeit, die Mühe und die Wertschätzung, die hinter einer persönlichen Karte stecken. Eine Spende ist natürlich immer gut, aber sie sollte nicht im Austausch für ein Zeichen der Wertschätzung stehen. Eine persönliche Geste wie eine Weihnachtskarte hat einen ganz anderen Wert und zeigt echtes Interesse und Dankbarkeit – und genau das sollte in dieser besonderen Zeit nicht fehlen.

Der besondere Zauber einer handgeschriebenen Karte

In unserer digitalen Welt, wo wir alle viel zu viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, hat eine handgeschriebene Karte per Post echten Besonderheitswert. Denk doch mal daran, wie sehr Du Dich freust, wenn zwischen Rechnungen und Werbepost plötzlich eine persönliche Karte in deinem Briefkasten liegt. Eine Weihnachtskarte, ein Gruß oder einfach ein paar handgeschriebene Worte, das berührt, gerade weil es heute so selten geworden ist. Viele Menschen sind regelrecht überrascht, wenn sie nach Jahren wieder eine Karte oder einen persönlichen Brief erhalten, und genau das macht den Moment so besonders.  Ich erinnere mich an eine Sprachnachricht von einem Menschen, der überwiegend Online unterwegs ist. In seiner Dankesnachricht konnte ich hören, wie verdutzt und gleichzeitig berührt er war und mich hat es gefreut. Warum nicht selbst mal wieder zur Karte und Stift greifen und jemandem eine echte Freude machen?

Wie reagiere ich angemessen auf eine handgeschriebene Weihnachtskarte?

Da ich viele Karten schreibe, bekomme ich auch viele Karten und darüber freue ich mich. Ebenso freue ich mich über die Nachrichten, dass die Karte angekommen ist, die Wunschkarte ins Schwarze trifft oder einfach ein Wort des Dankes.

Weihnachtskarte mit Wunschkarte
Mich hat es gefreut, ein Bild zu bekommen, wo ich sehe, wie die Weihnachtskarte mit der Wunschkarte wunderbar arrangiert wurde.

Einige melden sich nicht – fein und bei anderen wundere ich mich, so gar nichts zu hören. Mir geht es nicht darum, den Empfang der Karte mit dem Versenden einer weiteren Karte zu quittieren. Deshalb habe ich ChatGPT gefragt, wie reagiere ich angemessen auf eine handgeschriebene Weihnachtskarte: Es ist eine Geste der Wertschätzung auf eine handgeschriebene Karte zu antworten. ChatGPT gibt konkrete Tipps dazu, wie ich meine Dankbarkeit ausdrücken, mich auf den Inhalt beziehen und eigene Wünsche formulieren kann:

Auf eine handgeschriebene Weihnachtskarte zu antworten, ist eine schöne Geste der Wertschätzung. Hier sind einige Tipps, wie du angemessen reagieren kannst:

1. Persönliche Dankbarkeit ausdrücken

Beginne deine Antwort, indem du dich für die Karte bedankst.

Nenne spezifisch, was dir an der Karte gefallen hat (z. B. der Text, die Handarbeit oder ein persönlicher Bezug).

Beispiel:

“Vielen Dank für die wunderschöne Weihnachtskarte! Deine liebevollen Worte haben mich sehr berührt und mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.”

2. Auf den Inhalt eingehen

Falls in der Karte etwas Persönliches erwähnt wurde, beziehe dich darauf in deiner Antwort.

Wenn die Karte neutrale Grüße enthielt, kannst du dich einfach für die Gedanken dahinter bedanken.

Beispiel:

“Ich habe mich besonders über deine Wünsche für das neue Jahr gefreut – sie kamen genau zur richtigen Zeit.”

3. Eigene Wünsche formulieren

Teile deine guten Wünsche für die Feiertage und das kommende Jahr mit.

Das zeigt deine Aufmerksamkeit und Freundlichkeit.

Beispiel:

“Ich wünsche dir und deiner Familie eine wundervolle Weihnachtszeit und ein glückliches, gesundes neues Jahr.”

4. Optional: Einladung zur weiteren Verbindung

Wenn es angebracht ist, könntest du anbieten, sich bald einmal zu treffen oder miteinander in Kontakt zu bleiben.

Beispiel:

“Es wäre schön, im neuen Jahr mal wieder Zeit miteinander zu verbringen – lass uns das doch planen!”

5. Form der Antwort wählen

Handschriftliche Antwort: Besonders passend, wenn du den persönlichen Touch zurückgeben möchtest.

Telefonat: Manchmal ist ein persönliches Gespräch eine herzliche Alternative.

E-Mail oder Nachricht: Falls es zeitlich knapp ist, kannst du auch digital antworten, aber behalte den warmen Ton bei.

Eine Antwort auf eine Weihnachtskarte sollte herzlich, dankbar und möglichst persönlich sein – so zeigst du, dass die Mühe, die in die Karte gesteckt wurde, geschätzt wird.

Laut moderner Knigge-Empfehlung gibt es den Hinweis, eine handgeschriebene Weihnachtskarte ebenso handschriftlich zu beantworten und dabei auf Standardfloskeln zu verzichten. Dieses Level der Höflichkeit ist wohl nicht mehr bekannt. Es geht um persönliche Wertschätzung und diese sollte sich positiv von digitalen Nachrichten abheben.

Ich frage mich bei diesem Thema immer, geht es mir um die Wertschätzung oder um die Grundregeln des Miteinanders resp. des Anstands. Mir geht es hierbei um die Wertschätzung, die ich zum Ausdruck bringen kann und die unser Miteinander ein bisschen besser werden lässt.

Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein bei Weihnachtskarten

Ein häufiger Kritikpunkt an Weihnachtskarten ist ihre mangelnde Nachhaltigkeit und das fehlende Umweltbewusstsein. In einer Zeit, in der ökologische Verantwortung immer mehr an Bedeutung gewinnt, stellt sich die Frage: Wie lassen sich persönliche Botschaften verschicken, ohne die Umwelt unnötig zu belasten? Glücklicherweise gibt es mittlerweile zahlreiche Anbieter, die Karten aus recyceltem Papier anbieten oder umweltfreundliche Druckverfahren nutzen. Auch die Wahl nachhaltiger Verpackungen und umweltschonender Versandmethoden kann einen großen Unterschied machen. Indem du dich für solche umweltfreundlichen Alternativen entscheidest, schenkst du nicht nur Freude, sondern trägst zugleich aktiv zum Umweltschutz bei, ein doppelter Gewinn, der sich gut anfühlt.

Weihnachtskarten rechtzeitig zum 1. Advent: Ein erfüllendes Ziel

Eine besondere Herausforderung für mich ist es, die Weihnachtskarten bis zum ersten Advent fertigzustellen. Es ist mir ein großes Anliegen, dieses Ziel rechtzeitig zu erreichen, und dieses Jahr habe ich es zum ersten Mal geschafft, eine wahre Freude! Dabei habe ich gelernt, dass ich die Karten nicht während der Arbeitszeit schreiben kann. Dafür brauche ich ein bestimmtes Setting, eine stimmige Atmosphäre, die ich nur am Wochenende finde. Es nimmt insgesamt einige Stunden in Anspruch, sodass ein einzelner Arbeitstag dafür nicht ausreichen würde. Umso mehr hat es mich erfüllt, diese Aufgabe rechtzeitig zum Beginn der Adventszeit abgeschlossen zu haben. So konnte ich entspannt und zufrieden in die Adventszeit starten.

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Dr. Andrea Maria Bokler

Über die Autorin

Ich unterstütze Führungskräfte und Entscheider dabei, wertebasiert in die Zukunft zu denken und in ihrem eigenen Leben und Unternehmen stärker wirksam zu werden.

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