Selbstreflexion ist für mich ein essenzieller Bestandteil meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung. Ich reflektiere sehr gerne, und das 360-Grad-Feedback bietet mir die wertvolle Möglichkeit, meine Stärken bewusster wahrzunehmen, blinde Flecken aufzudecken und meine Führungskompetenzen gezielt weiterzuentwickeln. Durch die Perspektiven meiner Feedbackgeber – Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeitende und Kunden – erhalte ich ein umfassendes Bild meiner Wirkung und kann die Lücke zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung besser verstehen.
Warum mache ich mein eigenes 360-Grad-Feedback?
Ich wähle ganz bewusst ein 360-Grad-Leadership-Feedback, weil ich überzeugt bin, dass echte Selbstreflexion der Schlüssel zu nachhaltigem Wachstum – sowohl persönlich als auch beruflich – ist. Dieses Instrument ermöglicht es mir, meine Selbstwahrnehmung zu schärfen, meine Stärken klarer zu erkennen und gezielt an meinen Potentialen zu arbeiten.
Die Rückmeldungen aus unterschiedlichen Perspektiven – von Vorgesetzten, Kollegen, Mitarbeitenden und externen Stakeholdern – sind für mich ein wertvoller Spiegel meiner Führungswirkung. Sie zeigen mir nicht nur, wie mein Handeln wahrgenommen wird, sondern auch, welche Aspekte meiner Führung noch stärker gefragt sind. Besonders berührt mich die Tatsache, dass dieses Feedback auf ehrlicher Wertschätzung basiert. Jedes Statement zeigt Vertrauen und Offenheit – eine Chance zu wachsen, innezuhalten und dankbar auf meinen Weg und die Menschen an meiner Seite zurückzublicken. In einer Zeit, in der Feedback oft als Kritik missverstanden wird, sehe ich es als Geschenk und als Möglichkeit, mich kontinuierlich zu verbessern.
Darüber hinaus ist es mir ein Anliegen, eine Kultur der offenen Kommunikation zu fördern. Indem ich selbst aktiv Feedback einhole, setze ich ein Zeichen für Transparenz und gegenseitiges Lernen. Ich möchte zeigen, dass ehrliches und wertschätzendes Feedback nicht nur individuelle Entwicklung fördert, sondern auch das Miteinander in Teams und Organisationen nachhaltig stärkt. Dieser Prozess ist für mich keine einmalige Momentaufnahme, sondern ein kontinuierlicher Weg des Lernens und Wachsens – und ich freue mich darauf, mit Neugier und Offenheit weiterzugehen.
Wie läuft ein 360 Grad Leadership Feedback ab?
Ein 360-Grad-Leadership-Feedback beginnt mit der Entscheidung, sich dieser umfassenden Reflexion zu stellen. Zunächst wählt die Führungskraft einen Coach, der sie am Ende des Prozesses durch das Auswertungsgespräch begleitet.
Der erste Schritt besteht darin, eine Liste mit 20 bis 30 Feedback-Gebern zusammenzustellen. Diese sollten aus verschiedenen Perspektiven stammen: Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeitende und externe Stakeholder. Auch frühere berufliche Wegbegleiter können wertvolle Einblicke liefern. Nach der Auswahl der Feedback-Geber startet die zwei- bis dreiwöchige Befragungsphase. Die Führungskraft selbst reflektiert dabei ihre zehn wichtigsten Führungswerte und bewertet sich hinsichtlich 18 zentraler Führungskompetenzen. Parallel dazu geben die Feedback-Geber ihre Einschätzung ab: Welche Führungswerte nehmen sie aktuell wahr? Welche wünschen sie sich für die Zukunft? Zudem bewerten sie die 18 Führungskompetenzen und haben die Möglichkeit, ein persönliches, offenes Feedback zu hinterlassen – anonym oder mit Namen.
Aus den Antworten wird eine detaillierte Auswertung erstellt, die die Selbst- und Fremdwahrnehmung gegenüberstellt. Dabei zeigt sich, welche Führungswerte konsistent wahrgenommen werden und wo Entwicklungspotenzial besteht. Der Coach analysiert die Ergebnisse und unterstützt die Führungskraft dabei, zentrale Erkenntnisse abzuleiten – in den Bereichen Self-Leadership, Führung von Menschen, Prozessen und der übergeordneten Vision.
Meine Erfahrungen mit 360-Grad-Feedback
Als ich 2012 mein erstes 360 Grad Feedback mit dem Leadership Development Report (LDR) von Barrett Analytics gemacht habe, war dies im Rahmen einer Weiterbildung. Mir ging es so, wie vielen Teilnehmern von Führungskräfte-Entwicklungsprogrammen. Ich hatte mir das nicht bewusst ausgesucht und war auch einigermaßen aufgeregt bei der Ergebnisbesprechung. Diese wurde durch meinen damaligen Supervisor Tor Eneroth moderiert und hat mich nachhaltig geprägt.
Wenn ich mir die Auswertung der letzten vier 360 Grad Leadership Feedbacks anschaue, dann komme ich zu folgendem Ergebnis:
- Meine Kunden helfen mir zu wachsen – Ihre ehrlichen Rückmeldungen haben mich geprägt und mir wertvolle Impulse gegeben.
- Dankbarkeit für vergangene Feedbacks – Ohne die vorangegangenen Feedbackprozesse wäre ich nicht dort, wo ich heute bin.
- Regelmäßige Reflexion ist essentiell – Als „Schuster“ will ich nicht die „schlechtesten Schuhe haben“ und hole daher alle zwei Jahre Feedback von meinen Kundinnen und Kooperationspartnerinnen ein. Das letzte Mal haben 43 Menschen daran teilgenommen.

2021: Erkenntnisse aus meinem 360-Grad-Feedback
Mein vorletztes 360 Grad Leadership Feedback habe ich 2021 gemacht. Das 360-Grad-Feedback zeigte mir, wo ich stehe, bestätigte meine Werte und gab mir wertvolle Impulse für meine Weiterentwicklung. Es half mir, meine Stärken bewusst zu nutzen und gleichzeitig gezielt an meinen Entwicklungsfeldern zu arbeiten. Hier die wichtigsten Punkte:
- Bestätigung meiner Werte – Viele meiner selbst gewählten Werte wurden von meinen Assessoren zu über 50 % erkannt: Positive Grundhaltung, Fördern und Entwickeln, Offenheit für neue Ideen, Begeisterung und Wertschätzung.
- Balance zwischen Berufs- und Privatleben – Ein zentrales Entwicklungsfeld ist meine Balance und Gelassenheit. Je besser ich hier aufgestellt bin, desto leichter lassen sich meine Werte leben. Dass ich mein Wohlbefinden an erste Stelle setze, war ein wichtiger Impuls für mich.
- Kooperation und Zusammenarbeit – „Kollaboratives Arbeiten“ zieht sich als Thema durch viele Einzelfeedbacks. Ich war und bin neugierig, wie sich dieses Feld in den kommenden Jahren weiterentwickelt. Dabei ist für mich interessant, dass sich das Verständnis zu diesem Wort und meine Zusammenarbeit mit anderen verändert. Aus der Perspektive des Zeitgeists betrachtet, ist kollaboratives Arbeiten der Schlüssel zur Lösung aktueller Probleme.
- Emotionale Bedeutung des Feedbacks – Die individuellen Rückmeldungen haben mich tief berührt. So viel Wertschätzung zu erfahren, gibt mir Kraft und Motivation für meinen weiteren Weg.
2025: Welche Erwartungen trug ich in mir?
Mit dem 360-Grad-Feedback verband ich die Hoffnung, ein ganzheitliches, ehrliches und vielschichtiges Spiegelbild meiner Führungsleistung zu erhalten. Die Perspektiven von Kunden, Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeitenden sowie langjährigen Wegbegleiter:innen eröffneten mir die Möglichkeit, mein Wirken aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten – und damit ein deutlich vollständigeres Bild meiner Führungsidentität zu gewinnen.
Besonders wertvoll war für mich die Chance, blinde Flecken aufzudecken – jene verborgenen Aspekte meines Führungsverhaltens, die mir selbst vielleicht entgehen, für andere jedoch spürbar und wirksam sind. Gleichzeitig wollte ich besser verstehen, wo Selbstbild und Fremdwahrnehmung voneinander abweichen. Wie nehme ich mich selbst wahr – und wie erleben andere mein Verhalten im Führungsalltag? Was zeigt sich im Abgleich, und wie kann ich daraus wachsen?
Dieses Wissen ist für mich der Schlüssel, um mein Führungsprofil gezielt weiterzuentwickeln: bewusst meine Stärken einzusetzen, wirksam zu reflektieren und meine persönliche Entwicklung aktiv zu gestalten – mit dem Ziel, eine noch klarere, authentischere und wirksamere Führungskraft zu werden.
2025: Überraschung – neue Erkenntnis
Im Frühjahr 2025 habe ich mein 360° Leadership Feedback durchgeführt. 43 Menschen haben mir Feedback gegeben – ein Geschenk, für das ich tief dankbar bin.
Seit dem letzten Feedback habe ich bewusst daran gearbeitet, mein Wohlbefinden an erste Stelle zu setzen und meine Arbeitszeit auf ein gesundes Maß zu reduzieren. Ich war und bin auf der Suche nach meinem inneren Ruf – für mich, für meine Seele. Eine zentrale Herausforderung bleibt: mir selbst zu genügen.
Meine Vision: Eine Zukunft, in der Organisationen aufhören, Wandel nur zu managen – und ihn stattdessen wertebasiert mitgestalten, als lebendige Verbindung von Wirtschaft und Gemeinwohl. Ich möchte ein Leader der neuen Zeit sein – klar, geerdet, wirksam.
Was habe ich aus dem Feedback gelernt?
Die Rolle des Leistungsmanagers wurde erkannt: analytisch, strukturiert, lösungsorientiert – das bin ich. Auch meine Werte Klarheit, etwas bewirken und Innovation wurden sichtbar, wenn auch letzteres in anderen Worten: Begeisterung, Inspiration, Offen für neue Ideen. Besonders das hat mich gefreut – zeigt es doch, dass mein Wunsch, andere zu fördern, spürbar ist.
Und was wünschen sich die Feedbackgeber:innen mehr? Genau hier liegen meine Entwicklungsfelder – als Einladung, noch bewusster zu wachsen und mein Führungspotenzial weiter zu entfalten.

Die Zukunft ist: Win-Win-Partnerschaft
„Verfolgt Win-Win-Partnerschaften“ und „Baut Beziehungen auf“ – das sind zwei Qualitäten, von denen sich meine Feedbackgeber:innen wünschen, sie noch stärker bei mir zu sehen. Besonders beim Beziehungsaufbau spüre ich: Hier begegnet mir meine analytische Seite – oft aufmerksam beobachtend, nachdenklich, im Kopf. Diese Tendenz darf ich liebevoll annehmen und zugleich daran arbeiten, im Kontakt präsenter und zugänglicher zu sein.
Der Wunsch nach Win-Win-Partnerschaften hat mich besonders inspiriert. Im Dialog mit einzelnen Feedbackgeber:innen bin ich tiefer eingestiegen – mit spannenden Einsichten. Vor vier Jahren wurde dieser Wert noch nicht benannt; damals stand Kooperation und Zusammenarbeit im Vordergrund. Heute wird mehr gefragt: Wie gestalte ich Beziehungen, in denen alle Beteiligten wirklich gewinnen?
Meine bisherige Erkenntnis dazu: Ich gestalte Win-Win-Partnerschaften mit Klarheit, strategischem Gespür und echter Verbindung. Für mich bedeutet das mehr als bloßes Geben und Nehmen – es geht darum, Räume zu schaffen, in denen gegenseitiges Vertrauen, Inspiration und echter Mehrwert entstehen. Ich sehe Potenziale – und bringe sie zusammen, sodass 1+1 mehr als 2 ergibt.
So trage ich zur Entfaltung einer neuen Form der Zusammenarbeit bei: ko-kreativ, werteorientiert und zutiefst menschlich. In einer Zeit, die nach echter Verbindung ruft, möchte ich eine Gestalterin dieser neuen Qualität des Miteinanders sein – mit Herz, Tiefe und Wirkung.
Ich bleibe auf dieser Entdeckungsreise, offen für Impulse und inspiriert vom gemeinsamen Gestalten einer Welt, in der Wirksamkeit und Sinn sich verbinden. Dein Feedback ist willkommen.



Hallo Andrea Maria,
super spannend .. finde ich sehr wertvoll deine Ideen.
Sich selbst nach seinen Werten auszurichten und diese
dann von anderen gespiegelt zu bekommen kann sicher
die Quelle für einen richtig intensiven Motivationsschub
im eigenen wirken sein. Viel Freude auf deinem weiteren Weg ..
LG Ralph
Vielen Dank für das Feedback. Gerne einfach mal mit dem kostenlosen Wertetest ausprobieren.
Herzliche Grüße
Andrea Maria