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  • Führung im KI Zeitalter – Interview mit Dr. Johanna Farnhammer
Aktualisiert am: 14. September 2025
Veröffentlicht am: 31. Mai 2025
Frau vor einer Wand

Wie verändert Künstliche Intelligenz (KI) die Rolle von Führungskräften? Welche Aufgaben kann KI übernehmen, welche bleiben beim Menschen? Und warum ist gerade jetzt Menschlichkeit wichtiger denn je? In einem spannenden Interview mit Dr. Johanna Farnhammer, Director bei Verdas AI, werfen wir einen Blick auf die Herausforderungen und Chancen der Führung im KI-Zeitalter.

 

 

 Was bedeutet menschenorientierte Führung im technologischen Umfeld?

Johanna Farnhammer beschreibt sich selbst als „People-Oriented Leader“. Führung heißt für sie, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Besonders in technischen Umfeldern, in denen Entscheidungen oft maschinenartig getroffen werden, setzt sie sich bewusst für mehr Menschlichkeit ein. Ihr Ziel: gute Arbeitsbedingungen, Freude am Job und ein respektvoller Umgang im Team.

 

 Wie verändert KI Führung?

KI kann Management-Aufgaben wie Controlling, Urlaubsplanung oder Prozessoptimierung übernehmen. Doch auch Leadership-Aufgaben wie Onboarding, Coaching-Simulationen oder die Beantwortung alltäglicher Fragen lassen sich unterstützen. Ein Beispiel: Chatbots, die neuen Mitarbeitenden bei der Orientierung helfen.

Doch Johanna Farnhammer warnt: Empathisches Zuhören durch KI kann zwar kurzfristig entlasten, ersetzt aber nicht die menschliche Verbindung. Besonders problematisch: KI-Systeme bestätigen oft lediglich die Sichtweise der Nutzer und bieten wenig Widerspruch. Wirkliches „Challenging“ bleibe damit eine ureigene Aufgabe von Führungskräften.

 

 Chancen durch KI in der Führung

KI kann Routineaufgaben abnehmen und so Freiräume für zwischenmenschliche Führung schaffen. Johanna Farnhammer nutzt KI etwa zur Textgenerierung: Sie liefert Stichpunkte, die KI erstellt einen Entwurf, den sie verfeinert. Dadurch bleibt mehr Zeit für Gespräche im Team, Coaching und strategisches Denken – also das, was Führung im Kern ausmacht.

 

 Risiken und Fallstricke

Zwei Hauptprobleme benennt Johanna Farnhammer: Diskriminierung und Datenschutz. KI-Systeme lernen aus vorhandenen Daten und können so bestehende Vorurteile verstärken. Ohne diverse Entwicklerteams werden Minderheiten leicht ausgeblendet. Auch die Intransparenz vieler Systeme sieht sie kritisch: Oft bleibt unklar, nach welchen Prinzipien Entscheidungen getroffen werden. Hinzu kommt das Risiko, dass sensible Daten aus Führungsgesprächen ungewollt weiterverarbeitet werden.

 

 Die Rolle von Werten und Haltung

Werte sind für Johanna Farnhammer die Grundlage jeder KI-getriebenen Führung. In der Arbeit mit Unternehmen zeigt sich: Nur wenn das Management aktiv eingebunden ist, gelingt eine erfolgreiche Integration von KI. Entscheidend ist eine klare Strategie, die auf den Werten des Unternehmens basiert. Diese muss auch das Top-Management mittragen.

In einem Projekt mit 50 mittelständischen Unternehmen konnten sie und ihr Team vorab erkennen, welche Unternehmen erfolgreich mit KI arbeiten würden: Die mit dem engagierten Management, das sich selbst aktiv einbrachte.

 

 Persönliche Motivation & Ratschläge für junge Führungskräfte

Johanna Farnhammer brennt für eine Zukunft, in der Technologie nicht entmenschlicht, sondern verbindet. Ihre Vision ist kraftvoll und klar: Menschlichkeit, Kreativität und Verantwortung gehören ins Zentrum jeder digitalen Entwicklung. Was sie jungen Führungskräften mit auf den Weg gibt, ist mehr als ein Tipp – es ist eine Einladung zur inneren Arbeit: Habe den Mut, dich selbst zu hinterfragen. Erkenne deine blinden Flecken. Und schaffe Räume, in denen Fehler nicht versteckt, sondern geteilt werden. Denn nur wer sich selbst führen kann, kann andere mit Haltung und Vertrauen begleiten. In einer Welt, die sich rasant verändert, bleibt eines konstant: Unsere Fähigkeit, menschlich zu führen. Johanna zeigt, dass genau darin unsere größte Stärke liegt.

 

 Führung bleibt menschlich – gerade im Zeitalter der KI

Ja, KI wird vieles verändern – Prozesse, Aufgaben, ganze Geschäftsmodelle. Doch eines bleibt unersetzbar: die Qualität unserer Führung. Denn Leadership heißt nicht nur, Systeme zu steuern – sondern Menschen zu stärken. Die Technologie kann strukturieren, sortieren, sogar entscheiden. Aber sie kann nicht fühlen. Nicht vertrauen. Nicht verbinden.

Johanna Farnhammer erinnert uns daran, worauf es jetzt ankommt: auf Klarheit in unseren Werten, Mut zur Reflexion – und den Willen, Verantwortung nicht zu delegieren, sondern zu verkörpern. Wer KI sinnvoll nutzen will, braucht nicht nur technische Kompetenz, sondern Haltung.

Die zentrale Führungsfrage der Zukunft lautet nicht: Was kann KI für mich tun?

Sondern: Was bleibt meine Aufgabe – gerade weil KI so viel kann?

Wenn wir diesen Unterschied gestalten, wird Technologie nicht zur Bedrohung. Sondern zur Chance.

 

 Mehr über Dr. Johanna Farnhammer

Dr. Johanna Farnhammer ist Elektrotechnikingenieurin mit langjähriger Erfahrung in der Entwicklung und seit sieben Jahren als Führungskraft tätig. Heute arbeitet sie als Director bei Verdas AI, wo sie Unternehmen dabei unterstützt, KI verantwortungsvoll und wertschöpfend einzusetzen. Ihre besondere Perspektive: die Verbindung technischer Kompetenz mit einem starken Fokus auf Menschlichkeit.

 

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Dr. Andrea Maria Bokler

Über die Autorin

Ich unterstütze Führungskräfte und Entscheider dabei, wertebasiert in die Zukunft zu denken und in ihrem eigenen Leben und Unternehmen stärker wirksam zu werden.

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