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März 29, 2024
Frau am Schreibtisch

Gerne folge ich Anna Koschinskis Aufruf „Über das Schreiben zu Schreiben” und schau mir dabei meine eigene Reise an. Das Schreiben und ICH, wir haben eine interessante Reise. Am Anfang sah es nicht so aus, dass sie gelingen könnte. Heute bin ich dankbar für die Fähigkeit, für diese Routine und was mir das Schreiben für mein Leben bringt. #SchreibenÜberDasSchreiben

 

Das Schreiben und ich – werden wir jemals Freunde sein?

Eine feste Überzeugung war für mich, ich kann nicht schreiben. Dass ich nicht schreiben kann, wurde mir in meiner ganzen Schulzeit bestätigt, ich hatte meist eine 4. Von zu Hause aus, wurde ich in Mathematik bestärkt, dass ich das kann, ganz im Gegensatz zu Deutsch. Interessant finde ich, dass es in der Schule nicht Schreiben heißt, sondern Deutsch und ich frage mich, was es eigentlich mit der eigenen Identität macht, wenn es eine Irritation zur Muttersprache bereits in der Schule gibt. Wie soll  das erst mit den anderen Sprachen werden? Ich hatte die feste Überzeugung, ich kann nicht gut mit Sprachen und ich kann keine Sprachen. Deutsch, Englisch, Latein, Französisch war mir alles ein Graus in der Schule. 

 

Das Zuhören fesselnder Geschichten begeisterte mich, aber das Verfassen von Aufsätzen und Vorträgen entsprach nicht meinen Fähigkeiten. Ich hatte keine Anlässe und Ideen um zu schreiben und die feste Überzeugung, das kann ich nicht. Meine Grundschulfreundin antwortete auf die Frage, was sie werden wollte, Schriftstellerin. Zu diesem Zeitpunkt fanden wir Astrid Lindgren so toll. Ich konnte dem Beruf wenig abgewinnen und stellte mir die Arbeit grauenhaft vor. 

 

Zu Beginn meiner Berufstätigkeit war ich auch sehr unsicher, wie Sachen richtig geschrieben werden. Welcher Gewinn, als es die erste Rechtschreibhilfe in Form von CD-Rom gab. Da ich mit dem hessischen Dialekt aufgewachsen war, hörte ich bei den Endungen nicht, wie es richtig sein müsste, und als Nicht-Genau-Guckerin sah ich auch vornehmlich keine Fehler. Für mich war Schreiben mit Selbstzweifel und sehr viel Scham behaftet. 

Das Bloggen macht(e) den Unterschied

Für meinen akademischen Weg (Abitur auf dem zweiten Bildungsweg, Studium und Promotion) war das Schreiben Teil des Deals: Facharbeit – eine Herausforderung, erste Diplomarbeit – kein Spaß, zweite Diplomarbeit – auch kein Spaß, Doktorarbeit – was ein Marathon. Mittlerweile habe ich ein Buch* geschrieben, drei Bücher ins Deutsche gebracht, gerade ist Chefsache Kulturwandel* erschienen, worin ein Beitrag von mir veröffentlicht wurde und MEIN Buch ist in Planung. 

 

Heute stehe ich als Bloggerin da, die mit Begeisterung und ermutigender Zufriedenheit schreibt. Ich liebe die Reflexion durch das Schreiben. Durch das Schreiben der Blogbeiträge schreibe ich mich in die Klarheit zu meinem Business und leiste damit einen Beitrag für ein besseres Miteinander. 

 

Der Katalysator für diese Veränderung waren möglicherweise verschiedene Einflüsse: vielleicht die inspirierenden Impulse von Judith Peters mit ihrem Mantra „Blog like nobody´s reading“, die Leichtigkeit, die mir immer zum Schreiben fehlte und/oder meine aktive Teilnahme an The Content Society in den letzten drei Jahren. Das alles führte dazu: Ich schreibe gerne. Es ist vielleicht nicht das eine Element, doch die Erkenntnis ist klar – ich bin eine Schreiberin und habe einen Purpose. 

 

Was braucht Frau zum Schreiben

Ich sammele wenig, aber was ich wirklich liebe sind wunderschöne und hochwertige Schreibgeräte und Lieblingsstifte von Faber-Castell. Das erfreut so sehr mein Herz. Ich schreibe gerne mit Füller, mit schönen Bleistiften und anderen feinen Utensilien. Mit der Hand zu Schreiben steht an erster Stelle. Täglich tue ich das in meine Notizbücher.  

 

Die Blogbeiträge schreibe ich am liebsten in den frühen Morgenstunden sitzend im Bett. Das ist keine Arbeit, sondern erfreut mein Herz. Was brauche ich zum Schreiben – einfach Muse. Ich bin im Flow und gebe mich ganz dem Schreiben hin.

 

Unterstützung besorge ich mir für Themen und Tätigkeiten, um es mir leichter zu machen. Beispielsweise das Einstellen in WordPress, das SEO-Optimieren, für das Teilen auf Social Media oder bei der Erstellung guter Texte arbeite ich mit einer Copywriterin zusammen. 

 

Ideen bekomme ich viele durch The Content Society und Inspirationen kommen zu mir durch die Stille und die Reflexion. Ich denke, das Lesen und die Beschäftigung mit der Sprache machen sehr viel aus. Ich mag schöne vergessene Wörter sowie den Podcast eat.Read.sleep und auch das Reden über das Schreiben. 

 

 

 

 Wie hat sich mein Schreiben verändert

Das Schreiben ist auch ein Selbstcoaching-Tool: Ich habe viel mehr Klarheit gewonnen, zu mir selbst und zu meinem Business. Das intuitive oder automatische Schreiben, welches Susanne Kleiner vermittelt, ist eine wirksame Methode, um sich auszurichten. Es ist ein Schreiben aus dem Herzen heraus. Meine unbedingte Empfehlung: Immer am letzten Freitag im Monat gibt es live & online einen Schreibworkshop mit ihr. 

 

Mich über das Schreiben zum Ausdruck zu bringen, ist eine Intervention an sich. Das war mir irgendwann ein Bedürfnis und dem bin ich nachgegangen. 

 

Eine Erkenntnis, wenn ich hier über das Schreiben schreibe: Das Dranbleiben macht den Unterschied. Immer wieder zu bloggen und zu reflektieren, durch Impulse von Außen, durch eine Community bringt mich zum Schreiben. 

 

Einen Wunsch habe ich an mich: Ich will gerne ein Buch zu Werten zu schreiben, was einen Unterschied macht und die Menschen berührt

 

Mein liebster Text

Mein liebster Text ist von Kurt Marti (Schweizer Pfarrer, Schriftsteller und Lyriker)

 

“Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin,

und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.“ 

Kurt Marti begleitet mich mit seinen Texten aus dem Buch „Lachen Weinen Lieben“ fast ein Leben lang, es sind, wie es auf dem Umschlag steht, Ermutigungen zum Leben. Texte und Literatur bereichern mein Leben und verändern auch mein Schreiben.

 

Zusammenfassend schreibt meine Feder jetzt mit Freude, und der Schreibprozess hat sich zu einer angenehmen Verfolgung entwickelt. Die Fesseln, die einst meinen Ausdruck gefesselt haben, wurden gelöst und haben einem neuen Selbstbewusstsein und einem neuen Zweck im Schreiben Platz gemacht. Es unterstreicht ein resonantes Thema, dass man durch Ausdauer und Unterstützung frühere Grenzen überwinden kann, um Erfüllung in der Kunst des Schreibens zu finden.

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Dr. Andrea Maria Bokler

Über die Autorin

Ich unterstütze Führungskräfte und Entscheider dabei, wertebasiert in die Zukunft zu denken und in ihrem eigenen Leben und Unternehmen stärker wirksam zu werden.

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