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  • Das Individuelle Werteassessment in der Praxis – Interview mit Barbara Beyer (Teil 2)
November 4, 2022
Interview mit Barbara Beyer Teil 2

In diesem Interview – Teil 2 spricht Barbara Beyer über das Individuelle Werteassessment (IVA) und wie es in der Praxis eingesetzt werden kann, um Unternehmer*innen und Personalverantwortliche zu unterstützen. Sie teilt ihre wertvollen Erkenntnisse darüber, wie dieses Beurteilungsinstrument genutzt werden kann, um das Nicht-Greifbare besprechbar zu machen und einen individuellen Entwicklungsplan zu erstellen. Dieses Interview ist ein Muss für alle, die mehr über das Individuelle Werteassessment erfahren möchten! Wenn du Teil 1 noch nicht gelesen hast, dann los!

 

 

 Und haben die relativ schnell raus, wer wer ist? 

Nee, in der Regel relativ schnell. Ich meine wohlgemerkt, ich hab jetzt nicht so häufig drei Leute. Meistens sind es zwei.

 

Und dann wissen sie immer ganz gut, wie sie es zuordnen. Naja, und dann vielleicht nochmal die persönlichen Werte. Also so jetzt gegenübergestellt kriegst du ja nicht in dem IVA, sondern du bekommst für eine Person das. Ich hab’s jetzt nur der Einfachheit halber gegenübergestellt. Was in der Besprechung hilft. Und dann gucken wir uns die aktuelle Kultur an und da sieht man ja schon recht viel in dem Augenblick.

 

Wenn du nach den Lücken oder potentiell limitierenden Werten fragst…?

Dann hast du ziemlich zügig Ideen und auch die gesamte Truppe hat die Ideen „Das müssen wir verändern“. Da müssen wir ran.

 

Wie ist deine Erfahrung? Ist bei der aktuellen Kultur ist das oft sehr deckungsgleich? Bei den persönlichen Werten kann es ja sehr unterschiedlich sein, weil es unterschiedliche Menschen sind. Bei der aktuellen Kultur gibt es da viel Übereinstimmung?

 

Nein, es ist eher eigentlich so, wie wir es hier jetzt auch sehen, doch sehr unterschiedlich.

 

Und hilft es denen, weil sie sind schon verschiedene Sichtweisen auf die Frage hin „Welche 10 Werte beschreiben die aktuelle Kultur“ und „welche 10 aus diesen 100, die ich auswählen kann, nehme ich da“. Und die sind hier ja nach Alphabet sortiert und fangen mit unterschiedlichen Sachen an. Agilität, Bürokratie und digitale Anbindung. Also da sind sie schon nicht gleich. Ja, einfach sie dann auch zu fragen Was verstehst du darunter? Wo in der Organisation empfindest du, ist Agilität aktuell vorhanden? Wo erlebst du die Agilität oder wo erlebst du… Ich meine es ist ja schon interessant.

 

Der eine sagt Bürokratie und der andere sagt Agilität. Sind vielleicht die beiden Enden vom gleichen Thema.

 

 Du schaffst eine gemeinsame Basis über die persönlichen Werte

Also da auch das dann mal aufzuzeigen, wie der eine das empfindet und der andere und es ist dieselbe Organisation, ja. Das ist echt cool. Also ich finde auch gut, wie du das machst mit dem Gegenüberstellen.

 

Und da es ja in der Regel in meinem Erstgespräch ist, ich also überhaupt noch nicht die Organisation kenne, kann ich relativ zügig sagen „Ich schätze mal, ich nehme an, dass das und das bei euch im Unternehmen vielleicht vorkommt.“ Kann daher das und das passieren oder kann daher das und das kommen? Also, ich nehme mal lange Arbeitszeit. Und dann frage ich nach. Ich sag, woher kommt es? Ist es etwas, was dich eher stört, was dich eher hindert in der Organisation? Wenn die dann anfangen zu erzählen, dann kommt vielleicht der eine oder andere und sagt ja, die lange Arbeitszeit ist auch was, was mich irgendwie vielleicht ärgert oder nervt. Und ich denke manchmal, ich mache viel zu viel. Und dann kann ich eher darauf schließen, mit Delegieren läufts vielleicht noch nicht so gut.

 

Vielleicht ist hier auch eine wichtige Frage: Wie entwickeln die ihre Mitarbeiter? Wie überfürsorglich sind sie, weil sie alles immer abnehmen? Dann stelle ich solche Fragen in die Richtung und es könnte auch… die Spalten bleiben gleich. Also auf der vorherigen Seite ganz links ist jetzt auch wieder ganz links. Genau. Der hatte glaub ich Kontrolle. Auch als Thema. Das kann auch mit dem Delegieren dann zusammenpassen.

 

Das Individuelle Werteassessment für das Erstgespräch

Du schaffst eine gemeinsame Basis über die persönlichen Werte. Dass sie sich auf einer ganz neuen Basis unterhalten und auch weil es ein Erstgespräch ist für die Diagnostik.

 

Du weißt, wo der Hase im Pfeffer liegt?

 

Also tatsächlich einfach, um schneller zum Punkt zu kommen. Genau wie du sagst, wo der Hase…, wo des Pudels Kern ist, genau. Wen wir zitieren – Goethe oder ich weiß nicht, der Hase im Pfeffer, weiß ich gar nicht von wem. Das andere ist ja aus Faust.

 

Und wie sieht das bei der gewünschten Kultur aus? In dem Fall sieht es so aus. Und das ist ja auch immer spannend, dann zu sehen. Also auch hier jetzt nehmen wir gerade mal den Mitarbeiter hier oder die Führungspersönlichkeit, die das hier angegeben hat. Und wenn wir jetzt nochmal hier zurückgehen, da sind ja sehr viel Informationen zurückgehalten. Konfliktscheue, Kontrolle, sehr viel auf der unteren Ebene im potentiell limitierenden.

 

Erkenntnis: Wir sind auf verschiedenen Ebenen unterwegs

Und dann ist sehr viel hier plötzlich auf der Beziehungs-, auf dem Miteinander-, auf der fünfen Ebene und auf der vierer der Transformations Ebene sozusagen und da müsste dann nochmal genauer hingeguckt werden und gesagt werden, sind da vielleicht blinde Flecken. Was ist es, um da tatsächlich hin zu kommen? Also ich kann mir jetzt schon gut vorstellen, wenn die drei sich über die Zukunft unterhalten, kriegen die sich ganz schnell in die Wolle, weil Person Nummer eins sagt es geht um Transformation, also Ebene 4 ist die Ebene der Transformation und Ebene 5 ist die gemeinsame Werte, gemeinsame Vision, gemeinsam nach vorne gehen. Person Nummer 2 sagt es geht hier um Struktur Prozesse in der Überschrift mal so und um die Leistung und dann die andere Person wieder.

 

Es geht um das Gemeinsame, um die Transformation und dann bilden sich vielleicht Allianzen zwischen 1 und 3, aber der andere steht da und sagt so, aber hier wie sieht es denn hier mit den Prozessen aus. So kommen die wahrscheinlich im normalen Gespräch nicht so leicht auf den Punkt. Und hier sehen sie vielleicht eher, was sie eint dabei. Wo sie vielleicht nicht hingucken.

 

 Konflikte besprechbar machen

Auch wir können dann eher darstellen, wo sie ihren Konflikt spüren. Und sie spüren ja einen Konflikt. Deswegen haben sie ja in irgendeiner Form sich Unterstützung gesucht oder geholt und dann können wir das. Also der eine geht eher in die Richtung, der andere in ein andere und das zerreißt sie so ein bisschen. Und da können wir besser das darstellen, was ist, warum oder woher es kommt. Eventuell, dass sie eben nicht an einem Strang ziehen hier in dem Fall.

 

Was war denn so das Ergebnis von dieser Besprechung? Also was ist denen klar geworden oder was für ein Mehrwert hat das für die gebracht?

 

Also ich nehme jetzt mal hier diesen Mitarbeiter oder die Führungskraft, der hat einfach gemerkt, dass praktisch hier der Kollege oder auch die beiden Kollegen für die ist es doch auch noch wichtig, entsprechend auf den unteren drei Ebenen System, Prozesse sich anzugucken und die finanzielle Sicherheit. Hier war immer so ein bisschen Misstrauen dem Dritten gegenüber. Mensch, packt er das überhaupt? Der hat überhaupt gar keinen Bezug zu der ganzen finanziellen Situation.

 

Für den scheint alles irgendwo immer nur auf „Ich muss mit jedem gut auskommen“ anzukommen. „Wie gut geht er mit Krisen um?“ Und dann konnten wir darüber auch gut sprechen. Okay, ist cool. Ist echt gut. Wen würdest du… Ja. Gibt’s noch was zu dem, zu diesen drei Ergebnissen zu sagen, bevor…

 

Ja, also letztendlich egal ob ich das so nebeneinander stelle, aber ich kann auch nur mit einem einzelnen Individuellen Werteassessment nutzen. Ich hab es ja auch oft genug fürs Coaching dann eingesetzt, um eine gute Gesprächsbasis zu haben. Also auch nur für eine Person ein IVA ins  Coaching mitzunehmen ist äußerst hilfreich.

 

Also ich hab auch ganze Transformationen mit einem individuellen Werteassessment begleitet, weil das ist ja wenn die Führungskraft die eigene Transformation vorantreibt, hat sie eine große Wirkung auf das ganze Unternehmen.

 

 Starte mit einem Individuellen Werteassessment

Ja, das ist vielleicht noch wichtig, einfach zu sagen, das müssen nicht mehrere sein, sondern dass man es eben auch mit einem Einzelnen sehr, sehr gut machen kann. Mal so zurückgehen…

 

Warum würdest du das jemandem ans Herz legen? Also einem Kunden? Warum würdest du sagen, der sollte das machen? Also einmal Du bist schlauer, aber ist der auch schlauer? Warum?

 

Vor allen Dingen glaube ich, weil sich das immer gut anfühlt für die Leute, darüber zu sprechen, ohne in so eine Vorwurfs Geschichte zu kommen. Also die können einfach besser da drüber reden dann. Das würde ich vielleicht so beschreiben, dass sie tatsächlich darüber leichter ins Reden kommen. Es ist ja nicht nur eine Messung, es ist auch ein Dialog Instrument und es gibt den Dialog.

 

Und was ist deine Erfahrung mit dem Handwerk? Würdest du sagen, das ist für die leicht oder ist das insgesamt für dich ein bisschen verspult oder wie kommt das da an? Das sagt vielleicht mehr über meine Gedanken über Handwerk aus.

 

Nee, also eher sehr interessiert und eher ein hohes Interesse.

 

 

 Vom Individuellen Werteassessment zum WERTvollen Dialog

Einfach da auch so mit so einem Werkzeug, so etwas so darzustellen. Du hast das gerade Dialog Instrument genannt und so ein Instrument zu bekommen. Und da stehen die im Grunde genommen drauf. Die fragen mich oft nach irgendwelchen Methoden und Modellen. Das ist eher da ist eher eine große Offenheit da, wenngleich die Befragung selber immer eher erstmal so auf „Okay, und was ist das jetzt? Was soll das jetzt?“

 

Und das mit dem Ergebnis und mit dem, wie wir es dann besprechen miteinander. Es ist durchweg positiv. Hab ich positive Erfahrungen gemacht. Sehr cool. Also ich hab ja auch viel im Produktionsbereich gearbeitet. Da war meine Erfahrung, dass das denen einfach leicht fällt, das zu besprechen, was vorher nicht besprechbar war. Genau.

 

Ja und wenn jemand mit dir arbeiten möchte, bist du nur auf Handwerk festgelegt oder darf auch jemand anders kommen?

 

Naja, im Coaching Bereich bin ich jetzt nicht nur auf Handwerk, ich bin ja ausgebildete Transaktionsanalytikerin. Wie man so schön sagt. Insofern bin ich da breiter aufgestellt. Aber ich liebe mein Handwerk, das muss ich schon zugeben.

 

Sehr schön, weil die Zukunft gehört dem Handwerk. Das ist ja auch der Spruch.

 

Barbara Herzlichen Dank für dieses Gespräch!

 

Über Barbara Beyer von BeNeCo

Barbara Beyer ist Inhaberin von BeNeCo Beratung Netzwerk Coaching. Lebenslanges Lernen ist zu einer ihrer Leidenschaften geworden. Ihr Werkzeug- und Methodenkoffer und auch ihre 35 Jahre an beruflichem Erfahrungsschatz aus den unterschiedlichsten Branchen und Bereichen ist groß und sie liebt es, all das Wissen und den Ideenreichtum dem Bau-Handwerk als Wegebereiterin und Sparringspartner zur Verfügung zu stellen. Ihre Hashtags sind #Unvoreingenommen, #klar, #unkonventionell und #Humorvoll

 

Hier kommst du zum ersten Teil des Interviews.

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Dr. Andrea Maria Bokler

Über die Autorin

Ich unterstütze Führungskräfte und Entscheider dabei, wertebasiert in die Zukunft zu denken und in ihrem eigenen Leben und Unternehmen stärker wirksam zu werden.

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