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Juni 17, 2021
Leitbild Gleis

Leitbild entwickeln – aber richtig! Wenn es darum geht, ein Leitbild für dein Unternehmen zu entwickeln, gibt es nicht den richtigen Weg oder die eine Methode. Viele Unternehmen machen den Fehler, sich ein Leitbild auszudenken, das entweder zu vage oder zu spezifisch ist. Andere versuchen, in ihrem Leitbild nur sich selbst darzustellen, anstatt sich darauf zu konzentrieren, was sie für ihre Kunden tun können.
Der Schlüssel zu einem effektiven Leitbild liegt darin, es einfach zu halten, die Basis der Werte aller Mitarbeiter:innen zu nutzen und sich auf die Kunden zu konzentrieren. In diesem Blogbeitrag zeige ich dir, wie du ein Leitbild entwickelst, das den richtigen Ton trifft.

 

 Warum es wichtig ist, ein Leitbild zu haben

Ein effektives Leitbild sollte kurz, klar und auf den Punkt gebracht sein. Es sollte den Zweck des Unternehmens zum Ausdruck bringen und Hinweise darauf geben, wie dieser Zweck erreicht werden soll. Viele Leitbilder erfüllen diese Kriterien jedoch nicht. Oft sind sie zu lang und wortreich, voller Jargon und Plattitüden, die nichts wirklich Wichtiges aussagen. Daher sind sie für die Beschäftigten, die versuchen, Entscheidungen im Einklang mit den Unternehmenszielen zu treffen, von geringem Nutzen. Ein besserer Ansatz ist es, ein Leitbild zu entwickeln, das auf die besonderen Umstände und die Identität des Unternehmens zugeschnitten ist. Wenn du dir die Zeit nimmst, ein gut formuliertes Leitbild zu entwickeln, können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter:innen das nötige Rüstzeug haben, um Entscheidungen zu treffen, die mit den Grundwerten des Unternehmens übereinstimmen.

 

Wie Unternehmen sich mit ihren eigenen Werten erfolgreich aufstellen

Das Leitbild ist ein zentrales Element der Unternehmensidentität. Es dient der Orientierung und ist vor allem für Führungskräfte handlungsleitend. Doch oft funktionieren Leitbilder nicht wie erwartet. Warum das so ist und wie man es besser machen kann, zeigt dieser Beitrag.

 

Woran mag es liegen, dass die meisten Leitbilder kaum Orientierung geben und den Beteiligten nicht viel nützen? In Unternehmen hat man oft den Eindruck, dass das Leitbild für die Belegschaft einfach nicht relevant ist. Viele Leitbilder formulieren Idealwerte und ähneln sich von Unternehmen zu Unternehmen, ohne der jeweiligen Firmenidentität wirklich gerecht zu werden.

 

Denn häufig sind nicht die ureigenen Werte das Motiv für die Leitbildentwicklung, sondern eher der – vielleicht aus Marketingaspekten getriebene – Wunsch, überhaupt eines zu haben und nach außen zeigen zu können. Wenn Kernwerte und Leitbild nicht zum Unternehmen passen, dann hat man die Antwort, warum die meisten Firmenleitbilder nicht leiten und wertlos sind.

 

Wie du dein eigenes Leitbild entwickeln kannst

Die Entwicklung eines Leitbildes kann eine schwierige Aufgabe sein, aber es lohnt sich, sich die Zeit zu nehmen, damit es gelingt. Ein Leitbild ist ein wichtiges Instrument für jedes Unternehmen, ob groß oder klein. Wertorientierte Unternehmen nehmen ihre Mitarbeiter:innen ernst und orientieren sich an deren Bedürfnissen bei der Entwicklung eines Leitbildes. Die Werte, die das Unternehmen aus einer Befragung mit allen Mitarbeiter:innen für sich definiert, werden von innen heraus erarbeitet und spiegeln diese Bedürfnisse wider. Sie sind der Schlüssel zu einem funktionierenden Leitbild. Es kann bei der Entscheidungsfindung helfen und dafür sorgen, dass alle an einem Strang ziehen. Außerdem kann ein gutes Leitbild Mitarbeiter:innen und Kunden gleichermaßen inspirieren. Es gibt zwar kein Patentrezept für die Erstellung eines Leitbildes, aber es gibt einige wesentliche Elemente, die allen guten Leitbildern gemeinsam sind.

 

Leitbildentwicklung in sechs Schritten

Hier findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Erstellung deines eigenen Leitbildes:

1. Definiere den Zweck deines Unternehmens. Welchen Bedarf deckt dein Unternehmen ab? Welches Problem löst du? Dies ist die Grundlage für dein Leitbild.

 

2. Fasse den Ansatz deines Unternehmens in ein paar Worten zusammen. Wie wollt ihr den Bedarf decken oder das Problem lösen? Dies ist der Hauptteil deines Leitbildes.

 

3. Beschreibe die Art der Menschen, für die du arbeitest, den Ton oder Stil deines Unternehmens, die Bereiche, auf die du dich konzentrierst, und andere relevante Details. Das hilft dir, dein Leitbild zu konkretisieren und es glaubwürdiger und konkreter zu machen.

 

4. Fasse dich kurz und bündig. Eine gute Faustregel ist es, dein Leitbild auf einen Satz oder weniger zu beschränken. Wenn er zu lang wird, verliert er seine Wirkung.

 

5. Mach es einprägsam. Ein gutes Leitbild sollte leicht zu merken und wiederzugeben sein. Verwende aussagekräftige Formulierungen und aktive Verben, damit sie sich einprägen.

 

6. Teste es an anderen. Sobald du einen Entwurf deines Leitbildes hast, teile ihn mit Mitarbeitenden, Kunden, Partnern und anderen Interessensgruppen. Finde heraus, wie sie darauf reagieren und ob sie verstehen, was du sagen willst. Überarbeite es, bis du sicher bist, dass es dein Unternehmen und seine Werte richtig wiedergibt.

 

 Was macht ein gutes Leitbild aus? Werte sind der Kern

Es ist wichtig, die Werte, die das Unternehmen ausmachen, klar zu erkennen und zu definieren. Das gelingt z.B. mit einem geeigneten Befragungstool, welches die Sichtweise widerspiegelt. Nach der Messung erfolgt der Dialog zu den gewählten Werten. Dabei ist es immer wieder interessant, wie nah das Verständnis zu den Werten beieinander liegt. Daraus werden die Kernwerte gewählt, die für die Organisation auf dem Weg in die Zukunft handlungsleitend sein sollten. Die Kernwerte resultieren aus der Befragung im Unternehmen und aus diesen positiven Werten werden am besten 3 oder höchstens 5 Kernwerte gewählt. Die sind nicht beliebig, sondern sie haben richtig Zugkraft und spiegeln Sehnsucht und Realität wider, zahlen auf den Einzelnen, das Miteinander, die Organisation und Gesellschaft ein. Hat man dieses Set für sich gefunden, steht dem Erfolg nichts mehr im Wege.

 

Wenn ein Unternehmen seine Kernwerte gewählt hat, passend dazu Mission und Vision formuliert und daraus das eigene Leitbild entwickelt hat, spiegelt das die Identität wider. Alle Beteiligten wissen, dass dies die Firma ausmacht, selbst wenn sie es nicht ständig ausformuliert vor sich sehen. Durch den geführten Dialogprozess ist es spürbar. Und die Umsetzung im Tagesgeschäft gelingt dann mühelos.

 

 

Hilfreich für die Leitbildentwicklung: Barrett Analytics

Das Barrett Analytics/Cultural Transformation Tool (CTT) stellt für die Messung der unternehmenseigenen Werte eine smarte Methode zur Verfügung. Mithilfe von einfachen Fragen werden die Werte der gegenwärtigen sowie der gewünschten Kultur aus der Sicht aller Beteiligten erfasst und können in die Leitbildentwicklung einfließen.

 

Leitbild - Einfluss von Werten auf das Geschäft

 

Um die kulturelle Entropie zu überwinden und einen produktiven, effizienten Arbeitsplatz zu schaffen, muss man zunächst die Faktoren verstehen, die zu „kultureller Unordnung“ führen. Die Entwicklung eines Leitbildes ist eine Möglichkeit, die Ziele und Werte deiner Organisation zu definieren. So lässt sich feststellen, welche Bedürfnisse ignoriert werden und welche Bereiche verbessert werden müssen. Außerdem ist es wichtig, dass die Mitarbeiter:innen offen miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten. Wenn du ein Umfeld schaffst, in dem sich jeder gehört und wertgeschätzt fühlt, beugst du Unmut und Konflikten vor. Schließlich ist es wichtig, bei der Entscheidungsfindung proaktiv vorzugehen und übermäßige Vorsicht zu vermeiden. Wenn du diese Schritte unternimmst, kannst du eine florierende Arbeitsplatzkultur schaffen, die die Entropie überwindet.

 Die Vorteile eines klaren und prägnanten Leitbildes

Ein Leitbild mit klaren und unverwechselbaren Werten, die von allen gelebt werden, bietet Orientierung und ist ein gutes Führungsinstrument. Es schafft nicht nur inneren Zusammenhalt, sondern wird auch von den Kunden und im Markt positiv wahrgenommen. Damit ist es das Fundament für nachhaltigen Geschäftserfolg. Hier ein Best Practice Beispiel, wie die Nedbank mit der stringente Nutzung der Kernwerte ihre Unternehmenskultur nachhaltig verändert hat.

 

Dieses Kernwerte-Set findet sich dann in Leitsätzen wieder. Hierbei erfolgt die Verknüpfung von Werten und Verhalten. Eine hilfreiche Fragestellung dafür ist:

 

Wie sieht es aus, wenn Du diesen Wert vollkommen lebst?

 

Hierbei geht es nicht um Schönfärberei, sondern darum, den Abgleich mit der Realität herzustellen. Die Annahme, wir leben unsere Werte sowieso, ist oft ein Trugschluss. Wenn diese kurz und prägnant formuliert sind und die Führungskräfte und Mitarbeitenden direkt ansprechen, können sie handlungsleitend sein.

 

 Die drei Gefahren beim Leitbild-Prozess

Ein Leitbild ist eine kurze, klare Beschreibung des Zwecks, der Ziele und der Vorgehensweise deines Unternehmens. Es sollte prägnant und leicht zu verstehen sein. Im Folgenden findest du drei Gefahren, die du bei der Erstellung eines Leitbildes vermeiden solltest:

 

Zu wenig Beteiligung der Stakeholder: Ein Leitbild sollte unter Einbeziehung aller Interessengruppen erstellt werden, darunter Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre und Lieferanten. Durch die Messung von Werten und den anschließenden Dialog ist es einfach, viele Menschen einzubeziehen und so eine bessere Grundlage für den Leitbildprozess zu schaffen.

 

Vorgegebenes Leitbild: Ein Leitbild, das für andere erstellt wird, kann kaum zu einem eigenen Leitbild werden. Verordnungen werden selten mit Leidenschaft erfüllt. Das Leitbild eines Unternehmens sollte vom Unternehmen selbst erstellt werden und zwar aus dem Unternehmen selbst heraus.

 

Mehr Schein als Sein: Ein Leitbild, bei dem es mehr um den Schein als um die Wirklichkeit geht, ist wahrscheinlich eine leere Worthülse, die niemanden inspiriert. Ein Leitbild sollte authentisch sein und die wahren Werte des Unternehmens widerspiegeln. Es sollte etwas sein, hinter dem jeder im Unternehmen stehen kann.

 

 Beispiele für gut und schlecht formulierte Leitbilder

Die Entwicklung eines effektiven Leitbildes ist ein wichtiger erster Schritt für jedes Unternehmen oder jede Organisation. Ein gut formuliertes Leitbild kann dazu beitragen, die Mitarbeiter:innen zu inspirieren und das Unternehmen auf seine Ziele auszurichten. Aber nicht alle Leitbilder sind gleich. Mit diesen Kriterien im Hinterkopf wollen wir uns einige Beispiele für gut und schlecht formulierte Leitbilder ansehen:

 

Ein Beispiel für ein gut formuliertes Leitbild stammt vom Kosmetikunternehmen Lush: „Wir glauben an die Herstellung wirksamer Produkte aus frischem Bio-Obst und -Gemüse, den besten ätherischen Ölen und sicheren synthetischen Stoffen.“ Diese Aussage ist klar, spezifisch und weckt Vertrauen in die Produkte des Unternehmens.

 

Im Gegensatz dazu steht das folgende Beispiel des Bekleidungshändlers Gap: „Unsere Vergangenheit sagt uns, wer wir sind, aber unsere Zukunft hängt davon ab, wer wir werden wollen.“ Diese Aussage ist vage und gibt keine konkreten Informationen über das Unternehmen oder seine Ziele. Daher ist es unwahrscheinlich, dass sie bei Mitarbeitenden oder Kunden auf Resonanz stößt.

 

Diese Beispiele (hier sind 15 weitere Beispiele für Leitbilder) zeigen, wie wichtig es ist, ein gut formuliertes Leitbild zu entwickeln. Ein gutes Leitbild kann ein starkes Instrument sein, um die Anstrengungen eines Unternehmens zu bündeln und die Beschäftigten hinter einem gemeinsamen Ziel zu vereinen. Umgekehrt kann ein schlecht formuliertes Leitbild dazu führen, dass sich die Beschäftigten orientierungslos und verwirrt fühlen.

Essenz für die Leitbild-Entwicklung

Das Leitbild eines Unternehmens ist wichtig, aber allzu oft ist es vergesslich und banal. Wenn du ein Leitbild entwickeln willst, das dein Unternehmen tatsächlich leitet, solltest du folgende Dinge beachten: Gestalte es dialogorientiert, einfach und handlungsorientiert, konzentriere dich auf die Kernwerte und erweitere das Unternehmensleitbild um Führungsaussagen. Mit einem starken Leitbild, das auf diesen Grundsätzen beruht, bist du auf dem besten Weg zu einem Unternehmen, das seine Werte lebt und vorlebt.

Dr. Andrea Maria Bokler

Über die Autorin

Ich unterstütze Führungskräfte und Entscheider dabei, wertebasiert in die Zukunft zu denken und in ihrem eigenen Leben und Unternehmen stärker wirksam zu werden.

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